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Historische Naturkatastrophenforschung als Grundlage nachhaltiger Siedlungs- und Kulturlandentwicklung

Christian Rohr, Melanie Salvisberg & Oliver Wetter, Historisches Institut

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Das im Süden der Stadt Bern liegende Gürbetal ist aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten eine stark hochwassergefährdete Gegend. Um die Bevölkerung vor der Hochwassergefahr zu schützen, wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts grossräumige Hochwasserschutzmassnahmen vorgenommen. Trotz grosser Bemühungen konnten die Überschwemmungen nie ganz verhindert werden. Bis heute werden die Wasserbauten jeweils der vorherrschenden Wasserbauphilosophie entsprechend unter-halten und erweitert. Der Hochwasserschutz hatte weitreichende Auswirkungen auf das Gürbetal und dessen Bevölkerung. Nicht nur die Landschaft veränderte sich tiefgreifend, auch die Wirtschafts-, die Siedlungs- und die Ver-kehrsentwicklung wurden beeinflusst.
Ziel des vom SNF geförderten Dissertations-projekt ist es, den Umgang verschiedener Akteure mit der Hochwassergefahr an der Gürbe für die Jahre 1848-2008 zu untersuchen. Behandelt werden die wasserbaulichen und forstwirtschaftlichen Massnahmen, die Meliorationen und insbesondere auch die Auswirkungen auf die Region und die Bevölkerung. Als Grundlage dienen verschiedenste historische Quellen wie beispielsweise das Verwaltungsschrifttum, alte Pläne und Karten, Fotografien oder mündliche Berichte.
Die Erkenntnisse über die Überschwemmungen und Hochwasserschutzmassnahmen verbessern die Risiko-abschätzung und bieten den zukünftigen Projekten den historischen Kontext. Die Einbindung von Erfahrungswissen über Naturgefahren kann zu einem nachhaltigeren Umgang mit dem Siedlungs- und Kulturland beitragen.
 


 

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