Nachhaltige Entwicklung

Sustainable University Day 2014
Freitag, 28. März 2014 | Universität Bern

 
Nachhaltige Entwicklung: Annäherung an einen vielschichtigen Begriff
Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung spielt eine zentrale Rolle im Sustainable Development at Universities Programme. Da dieser Begriff vielschichtig ist, wird er im Folgenden näher beleuchtet. Es soll hier aber nicht eine Bedeutung dieses Begriffes als die richtige hervorgehoben werden, sondern vielmehr ein Bezugspunkt geliefert werden, mit dem jeder sein eigenes Verständnis von nachhaltiger Entwicklung vergleichen und dadurch klären kann.

Das Verständnis von nachhaltiger Entwicklung, welches dem Sustainable Development at Universities Programme zugrunde liegt, geht auf die Brundtland-Definition zurück, die sowohl in der Politik als auch in der Wissenschaft weit verbreitet und akzeptiert ist:

„Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. Zwei Schlüsselbegriffe sind wichtig:
  • der Begriff Bedürfnisse, insbesondere die Grundbedürfnisse der Ärmsten der Welt sollen Priorität haben
  • der Gedanke von Beschränkungen, die der Stand der Technologie und der sozialen Organisation auf die Fähigkeit der Umwelt ausübt, gegenwärtige und zukünftige Bedürfnisse zu befriedigen."

Allgemeine Definitionen der nachhaltigen Entwicklung werden oft als vage kritisiert. Deshalb ist eine Klärung des Begriffes notwendig. Ein möglicher Weg besteht darin, die Kernziele aufzudecken, die der Brundtland-Definition zugrunde liegen:
  • Intergenerationelle Gerechtigkeit: Verteilungsgerechtigkeit zwischen den Generationen wird erreicht, wenn wir dafür Sorge tragen, dass auch zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse stillen können und negative Auswirkungen auf ihre Lebensgrundlagen minimiert werden;
  • Intra-generationelle Gerechtigkeit: Verteilungsgerechtigkeit zwischen den heute lebenden Menschen wird erreicht, wenn fairer Zugang zu den begrenzten natürlichen Ressourcen gewährleistet ist und, allgemeiner gesprochen, wenn die Kosten und Nutzen der Entwicklung fair verteilt werden;
  • Umweltintegrität: es muss ein Gleichgewicht gefunden werden zwischen der Nutzung und Veränderung ökologischer Systeme einerseits und deren Schutz und Wiederherstellung andererseits.

Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung ist im Allgemeinen breit akzeptiert, wird aber oft angefochten, wenn er konkretisiert wird. Dies rührt daher, dass es zu diesem Begriff verschiedene, gleichermassen berechtigte Interpretationen gibt. Aus diesem Grund verwendet das Sustainable Development at Universities Programme die allgemeine Bedeutung von nachhaltiger Entwicklung, wie sie der Brundtland Bericht definiert. Das Programm will nicht vorschreiben, wie diese allgemeine Bedeutung von einzelnen Universitäten, Studienplänen oder Projekten präzisiert wird, da die Beteiligten dies untereinander diskutieren sollten. Bei solchen Diskussionen mag es hilfreich sein, den jeweils eigenen Begriff von nachhaltiger Entwicklung zu klären, indem das eigene Verständnis von nachhaltiger Entwicklung mit der Brundtland Definition und ihren drei Kernzielen verglichen wird.
 

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