Podium | Table ronde

Sustainable University Day 2014
Freitag, 28. März 2014 | Universität Bern

 
Die Leitidee der «nachhaltigen Entwicklung» wird in den verschiedenen Fachbereichen einer Universität unterschiedlich interpretiert. Wie können Universitäten dieser Vielfalt in ihrer Strategie Rechnung tragen? Und wie können sie ihren Beitrag zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung in der Gesellschaft angesichts dieser Vielfalt stärken? Welche Rolle spielt dabei die Politik?

L’idée maîtresse du «développement durable» est interprétée de manière inégale dans les différents départements d’une université. Comment les universités peuvent-elles tenir compte de cette diversité dans leur stratégie? Et comment peuvent-elles, au regard de cette diversité, renforcer leur contribution pour une mise en pratique du développement durable dans la société? Quel rôle joue la politique?

Bernhard Pulver, Regierungsrat, Erziehungs- und Kulturdirektor des Kantons Bern
Hans Hurni, Professor für Geographie und nachhaltige Entwicklung, Universität Bern
Brigitte Schnegg, Professorin für interdisziplinäre Geschlechterforschung, Universität Bern
Ellen Hertz, Professeure ordinaire d'anthropologie et directrice de l'Institut d'ethnologie,
Université de Neuchâtel
Thomas Dyllick, Delegierter der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten für
Nachhaltigkeit und Professor für Nachhaltigkeitsmanagement, Universität St. Gallen

 

Bernhard Pulver, Regierungsrat, Erziehungs- und Kulturdirektor des Kantons Bern

„Der Regierungsrat des Kantons Bern nahm 2009 die Nachhaltige Entwicklung als neuen Schwerpunkt in den Leistungsauftrag an die Universität Bern auf. Bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Betrieb ist die Universität Bern gut unterwegs. Viel Überzeugungsarbeit muss bei der Integration von Nachhaltiger Entwicklung in die verschiedenen Fakultäten geleistet werden. Eine grössere Wirkung auf die Gesellschaft erreichen wir aber nur, wenn das Thema auf allen Bildungsebenen verankert wird.“

Bernhard Pulver, Dr. iur., wurde am 7. August 1965 in Bern geboren. Von 1987 bis 1995 war er Generalsekretär der Grünen Partei Schweiz. Danach studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Neuenburg. Nach einem Nachdiplomstudium in Strassburg und der erfolgreichen Dissertation war er wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesamt für Justiz und Lehrbeauftragter für Staatsrecht an der Universität Neuenburg. Bernhard Pulver ist seit 1983 Mitglied der Grünen. Er war von 1997-99 Stadtrat in Bern, von 1999-2006 Mitglied des Grossen Rates, von 2004-2006 Präsident der Fraktion Grüne Freie Liste und ist seit 1. Juni 2006 Regierungsrat und Erziehungsdirektor des Kantons Bern für die Grünen Kanton Bern.
 

Hans Hurni, Professor für Geographie und nachhaltige Entwicklung, Universität Bern

„Nachhaltige Entwicklung (NE) ist keine Disziplin, aber auch keine Inter- oder Transdisziplin. NE ist Ausdruck einer Werteorientierung durch die Dozierenden einer Universität. Diese befassen sich im Rahmen ihrer disziplinären Lehre auch mit Fragen der Nachhaltigkeit und richten ihre Forschung auf die Lösung drängender gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Probleme aus. Die Universität Bern bemüht sich, in ihren Curricula die NE als Thema anzusprechen und den Studierenden Orientierungshilfen und –methoden anzubieten, damit sie sich im Rahmen ihres Fachs mit dem Thema auseinander setzen und Lösungen entwickeln lernen.“

Hans Hurni ist Professor für Geographie und nachhaltige Entwicklung an der Universität Bern. Von 2001-2013 war er Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunkts NCCR North-South, nachdem er sich während Jahrzehnten vor allem in Entwicklungsländern mit der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen befasst hatte.
 

Brigitte Schnegg, Professorin für interdisziplinäre Geschlechterforschung, Universität Bern

„Nachhaltige Entwicklung ist eine enorme Herausforderung, der sich die Universitäten als Ort der öffentlich finanzierten Wissensproduktion stellen müssen. Dabei sind alle Wissensbereiche gleichermassen gefordert, um nach Lösungen zu suchen, wie eine demokratisch getragene und inklusive Umgestaltung der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Prozesse hin zu mehr Nachhaltigkeit gelingen kann. Angesicht der Komplexität der Probleme werden dabei inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit in Lehre und Forschung immer wichtiger, was nicht zuletzt auch einen Kulturwandel im Wissenschaftsbetrieb nötig macht.“

Brigitte Schnegg (*16.09.1953 – †29.03.2014) leitete das Interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern, das sich unter anderem mit Geschlechterfragen im Kontext von nachhaltiger Entwicklung befasst. Sie war Historikerin und zudem Mitglied des Direktoriums des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte. Sie beschäftigte sich insbesondere mit Fragen der sozialen Nachhaltigkeit.
 

Ellen Hertz, Professeure ordinaire d'anthropologie et directrice de l'Institut d'ethnologie,
Université de Neuchâtel

"L'objectif pédagogique de notre offre de formation en biologie-ethnologie à l'Université de Neuchâtel est simple à comprendre et difficile à atteindre: former les étudiants à saisir et analyser la variété des connaissances et des institutions qui sont impliquées dans la gestion de n'importe quel problème environnemental. Nous estimons que la mise en pratique des politiques du développement durable passe par cet apprentissage, lent mais passionnant, de l'interdisciplinarité en action. A la fin de leurs études, nos étudiants deviennent des "traducteurs socio-scientifiques" capables de reformuler les questions venant d'un champ institutionnel dans des termes compréhensibles pour un autre, et de contribuer ainsi à la conception et la mise en oeuvre de solutions créatives, pragmatiques et respectueuses de tous les partenaires."

Ellen Hertz est professeure d’anthropologie et directrice de l’Institut d’ethnologie de l’Université de Neuchâtel. Formée aux Etats-Unis en sinologie, droit et anthropologie, elle étudie l'enchevêtrement des dispositifs économique, juridique et culturel dans divers contextes, national et international : la bourse aux actions à Shanghai, les tribunaux de districts et les offices de placement de chômeurs en Suisse, ou encore les instances de régulation formelle (droit étatique et international) et informelle (responsabilité sociale des entreprises) dans l’industrie électronique en Chine et à Taiwan. Depuis 2004, elle codirige la formation en biologie-ethnologie à l’Université de Neuchâtel.
 

Thomas Dyllick, Delegierter der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten für
Nachhaltigkeit und Professor für Nachhaltigkeitsmanagement, Universität St. Gallen

„Der Beitrag der Schweizer Universitäten zur Nachhaltigen Entwicklung kann dadurch gestärkt werden, dass die verschiedenen Anspruchsgruppen, also Studierende, Arbeitgeber, Alumni, Universitätsträger und Politik, ihre diesbezüglichen Erwartungen deutlich formulieren.“

Thomas Dyllick ist seit 1994 Professor für Nachhaltigkeitsmanagement, Direktor des Instituts für Wirtschaft und Ökologie sowie Delegierter für Verantwortung und Nachhaltigkeit an der Universität St.Gallen. Er hat breit publiziert in den Feldern Unternehmerisches Nachhaltigkeitsmanagement und Verantwortliche Managementausbildung. Er hat neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit immer auch eine Mitverantwortung für die praktische Umsetzung wahrgenommen. Er war Vorstand der School of Management (2001-2003) und Prorektor für Lehre und Qualitätsentwicklung (2003-2011). Er leitet einen Schwerpunktbereich „Nachhaltigkeitsmanagement“ im Master in Unternehmensführung und ein Weiterbildungs-Diplomprogramm in Sustainable Business, das gemeinsam mit der Business School Lausanne und dem World Business Council for Sustainable Development angeboten wird.
 
Moderation | Modération: This Wachter, Journalist SRF

This Wachter arbeitet bei Radio SRF 4 News. Von Haus aus Biologe, war er früher als Wissenschafts- und Inlandjournalist tätig, u.a. bei der Zeitung "Der Bund".


Sprachen: deutsch und französisch, mit Simultanübersetzung
Langues: Allemand et français, avec traduction simultanée
 

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