Nachhaltige Wasserpolitik am Beispiel Mikroschadstoffe - Wie sauber soll unser Wasser sein?

Karin Ingold & Florence Metz, Institut für Politikwissenschaft

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Nachhaltiger Gewässerschutz stellt heute eine grosse Herausforderung für die Politik dar. Zahlreiche neuartige Chemikalien, die unter anderem in Putzmitteln, Kosmetika und auch Medikamenten enthalten sind, gelangen über das häusliche Abwasser in unsere Gewässer. Dort belasten diese sogenannten Mikroverunreinigungen nicht nur das Öko-system, sondern können sich auch negativ auf das Trinkwasser auswirken. Die Frage stellt sich also, wie wirkungsvolle und langfristige politische Massnahmen aussehen sollen, um den Gewässerschutz und sauberes Trinkwasser sicher zu stellen.

Mikroverunreinigungen stellen ein aktuelles und komplexes Problem in der Gewässerschutzpolitik dar. Es sind Gewässerverschmutzungen, welche in kleinsten Konzentrationen im Wasser vorkommen und meist durch den Menschen verursacht werden. Mikroverunreinigungen werden durch den Gebrauch von chemischen Stoffen in der Industrie, Landwirtschaft und in Haushalten verursacht, wo zahlreiche Stoffe in Produkten des alltäglichen Gebrauchs enthalten sind. Diese diversen Verursacher zeigen auf, dass es sich bei Mikroverunreinigungen um ein gesamtgesellschaftliches und aktuelles Problem handelt. Jeder von uns belastet die Gewässer durch Mikroverunreinigungen und muss die negativen Auswirkungen erdulden. Dennoch weiss die grosse Mehrheit der Bevölkerung über Ursachen und Auswirkungen von Mikroverun-reinigungen wenig. Tatsächlich ist es aber so, dass Mikroverunreinigungen toxischer Natur sein können und eine Gefahr für aquatische Ökosysteme sowie die menschliche Gesundheit darstellen können. Es konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass - durch die Einnahme der Antibabypille - Hormone über das Abwasser in die Gewässer gelangen, wo sie das Hormonsystem von Fischen beeinflussen.

Es stellt sich nun die Frage, welche Wasserqualität wir heute, aber auch in Zukunft erreichen möchten. Aus einer Nachhaltigkeitsperspektive tragen wir Verantwortung gegenüber den Tieren und Pflanzen in unseren Flüssen und auch gegenüber zukünftigen Generationen. Um diese Verantwortung wahrzunehmen, sind international koordinierte und langfristig geplante politische Lösungen gefragt.
 

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