Forschungsmarkt

Constitutionality: Lokale Entwicklung von Institutionen und nachhaltiges Ressourcen-Management

Tobias Haller & Stephan Rist, Institut für Sozialanthropologie

Projektbeschrieb als PDF

Die Idee zu diesem vergleichenden Forschungsprojekt kam aus der Erkenntnis, dass viele Initiativen der partizipativen Entwicklung im Bereich der Nutzung von Kollektivressourcen (Commons) wie Wäldern, Fischerei- und Weidegebiete in Ländern des Südens nicht den erwarteten Erfolg gebracht haben, weil sich die Bevölkerung aus ihrer Sicht nicht beteiligt fühlte. Das Projekt untersucht nun Fälle von erfolg-reicher lokaler Selbstentwicklung von Regelwerken (Institutionen) und fragt nach den Gründen für diese Entwicklung. Die Idee stammt aus den Ergebnissen von Forschungen in Sambia, Mali, Ecuador und Indonesien zur nachhaltigen Nutzung von Kollektivressourcen. Das Projekt selber umfasst sozialanthropologische Doktoranden-forschungen von nachhaltiger Institutionenent-wicklung für die Waldnutzung in Senegal (Papa Faye), Israel (Ramez Eid) und Bolivien (Helen Gambon). In allen Regionen wurden zwischen 2012 und 2014 Forschungen mit qualitativen (teilnehmende Beobachtung, Interviews) und quantitativen Methoden (Haushaltfragebögen) durchgeführt. Die Resultate ergaben, dass lokale Gruppen aufgrund der Perzeption des Ressourcendruckes und der als unfair empfundenen Verteilung von Gewinnen und Verlusten gegenüber staatlichen oder nicht-lokalen Akteuren Strategien entwickeln, um dieses Problem zu lösen. Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) spielten eine wichtige Rolle als neutrale Diskussions-Plattform, damit alle Akteure bei der Entwicklung von Regelwerken beteiligt sind. Dies ist besonders wichtig, weil die jeweiligen Staaten schwach und unzureichend handeln können. Dabei greifen Lokalgruppen auf alte Regelwerke zurück und modifizieren diese. Dadurch entsteht auch ein Gefühl, die Institutionen selber entwickelt zu haben, was den Einhalt der Regeln für eine nachhaltige Nutzung begünstigt.
 


 

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